Die ewigen Toten

Die ewigen Toten

Willkommen in St. Jude!

Der sechste Fall von Dr. David Hunter fesselt den Leser wie schon die vorherigen Bände. Als grandioser Erzähler versteht es Simon Beckett, der „Killer-Versteher“ (Frankfurter Rundschau) den Leser in einen Bann zu schlagen, aus dem man sich nur schwer lösen kann. Der Journalist und Autor gilt als einer der erfolgreichsten britischen Thrillerautoren der Gegenwart. Seine Inspiration für die Reihe fand er in der „Body Farm“ in Tenesse, einem Freiluftforschungszentrum für Studien zu postmortalen Veränderungen an Menschen. Diese Eindrücke spiegeln sich auch in jenem Roman wieder. Streckenweise strapaziert Beckett seinen Leser wieder mal extrem mit den forensischen Beschreibungen – bereits in den ersten Zeilen, wenn er den faulen Geruch der Verwesung beschreibt. „Dimethyltrisulfide beispielsweise erinnern an vergammelten Kohl. Buttersäure und Trimethylamin riechen nach Erbrochenen und altem Fisch“ (7).

Diesmal liegt der Tatort im Norden Londons – im still gelegten St. Jude-Krankenhaus. Hier findet sich erst eine mumifizierte Leiche, später findet sich noch ein fensterloses, zugemauertes Krankenzimmer, welches nicht auf den Plänen verzeichnet ist…

Dabei spielen Themen wie Kindesmisshandlung und Folterinstrumente aus Südamerika auch mit hinein und geben dem Roman noch eine seichte, politische Dimension.

Das klingt nich nur gut, sondern wurde von ihm auch adäquat schriftstellerisch verarbeitet.

Dies auszuhalten lohnt aber, wenn man sich einem gelungenen Krimivergnügen um einen schwermütigen, forensischen Anthropologen. Es ist ein kurzweiliges Lesevergnügen bzw. bereits als Hörbuch erhältlich.

Maurice Schuhmann

Simon Beckett: Die ewigen Toten, Wunderlich Reinbek bei Hamburg 2019, ISBN: 978-3-80525002-3, 478 S., Preis: 22,95€.

Ebook als Kindle: 19,99€

Hörbuch bei Audible: 19,99€