Eingeknickt. Die Deutsche Welle und die Faschisten in Brasilien.

Eingeknickt. Die Deutsche Welle und die Faschisten in Brasilien.

Ich erwarte, dass die Deutsche Welle zu einem schnellen, grundlegenden Klärungsverfahren schreitet, das verhindert, einen solchen bodenlosen Blödsinn zu wiederholen, und ich erwarte, dass Joao Paulo Cuenca umgehend wieder für die DW arbeiten kann. Umgehend!
Die Zivilgesellschaft in Deutschland, die Organisationen, die für die Pressefreiheit eintreten, die dju, der DJV, Reporter ohne Grenzen, der PEN, der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di können und werden nicht dabeistehen, wenn der deutsche Auslandssender vor den Schreihälsen des regierenden brasilianischen Faschisten einbricht. Das Bild, dass die Deutsche Welle hier abgibt ist verheerend. Wie sollen sich Dissidenten im Ausland auf die deutsche Demokratie verlassen können, wenn sich der Sender, der die hiesige Kultur maßgeblich im Ausland darstellen soll als wankelmütig und schwach darstellt.

Heise schreibt dazu:

„Deutsche Welle feuert Schriftsteller J.P. Cuenca wegen dessen Kritik an Brasiliens Präsidenten. Auf Telepolis antwortet Cuenca der Sendeleitung. Mehr als 100 Erstunterzeichner aus Deutschland und Brasilien haben in einem offenen Brief an die Deutsche Welle den Rausschmiss des brasilianischen Schriftstellers João Paulo Cuenca scharf kritisiert. Zuvor sprach der Auslandssender dem 42-Jährigen ohne vorherige Rücksprache und öffentlich die Kündigung einer regelmäßigen Kolumne im portugiesischsprachigen Angebot aus, nachdem er auf seinem privaten Twitter-Account den rechtsradikalen Präsidenten des südamerikanischen Landes, Jair Bolsonaro, kritisiert hatte. Die Deutsche Welle warf Cuenca daraufhin „Hassrede und Aufstachelung zur Gewalt“ vor; der so Geschasste wehrte sich ebenfalls auf Twitter.

Während die Entlassung im Bolsonaro-Lager für Begeisterung sorgte, formiert sich Widerstand gegen die Entscheidung der Sendeleitung. Der offene Brief wurde von zahlreichen Journalisten und dem Vizepräsidenten des PEN-Clubs Deutschland, Ralf Nestmeyer, unterzeichnet. (Weiter)“