Kohle und Sarrazin

Kohle und Sarrazin

Es wird sein, wie es für die Zeit nach 1945 von Fred Schroer, Intendant des „Neuen
Theaters“ in Stuttgart 1945, berichtet wird:
„Wir konnten ja nicht heizen, wir hatten
keine Kohlen, kein Holz, hat man so Ofen aufgestellt, alte Ofen gesammelt,
und da mussten die Leute abends ihre Eintrittskarte kaufen und das Brennholz
mitbringen. Jeder musste ein Brikett, eine Tüte voll Kohlen, oder Arm
voll Holz mitbringen, sonst kam man nicht rein ins Theater. Wir nahmen
auch als Eintrittskarten Brotmarken an. Und ich hab da gelernt, dass
die Not Freunde macht, wir waren Freunde. Und wir waren ein gutes Ensemble.
Und wir erzwangen etwas aus der Not heraus, und die Leute waren hingerissen,
dass sich Leute da oben hinstellten und in den Scheißdreck des Krieges
die Kunst hineinspielten und den Dreck langsam wegspielten.“
  (aus:
Theaterhunger – Kriegsende und Neubeginn, Maria Ohmer)

 

Na
dann, liebe Theaterbesucher: Legt Euch schon mal einen Vorrat an, als
Zugabe zur Eintrittskarte. Sozusagen den sarrazinschen
Theaterheizkostenpfennig als Naturalprodukt.  

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