Ohne Not sich den Rechtsradikalen unterworfen

Ohne Not sich den Rechtsradikalen unterworfen

Die ARD hat mit einer unglaublichen Aktion nicht nur die Kunstfreiheit mißachtet, sondern auch die demokratischen Werte und den Kampf der Zivilgesellschaft gegen die Rechtsradikalen behindert. In einer Folge der Serie „Polizeiruf 100“ sind im Hintergrund Aufkleber gegen Rechtsradikale, u.a. gegen die AfD, zu sehen. Diese hat nun angedroht den Rundfunkrat anzurufen. Und zeitnah hat das Erste Deutsche Fernsehen die Aufkleber aus den Daten entfernt. Neben der AfD hatte auch die Junge Union München-Nord protestiert. Die Münchner Junge Union wird (nicht nur) vom Autor dieses Beitrags als am äußerten rechten Rand des demokratischen Spektrums stehend gesehen, sie ist auch innerhalb der Union mehrfach mit ihren Aktionen und Aussagen angeeckt.
Und in der Tat: Das ist eine Sache für den Rundfunkrat. Allerdings nicht, wegen des sichtbaren, sondern wegen des unsichtbaren Aufklebers. Wo kommen wir denn da hin, wenn sich schon vor der Machtergreifung das öffentlich-rechtliche Fernsehen gleichschalten ließe? So geht es nicht. Die Bearbeitung muss wieder weg. Eine Entschuldigung muss her; und wer immer dafür verantwortlich war soll die Aufsicht über die Treppenhausbeleuchtung bekommen, aber seine Finger von den Emblemen lassen, die die Demokratie hier im Land verteidigen. Es kann nicht sein, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender dermaßen willfährig und unterwürfig sich den Forderungen rechtester und rechtsradikaler Kreise unterwirft.

Wer immer das bei der ARD zu verantworten hat, muss dafür geradestehen und die Folgen mussen so spürbar sein, dass weitere Forderungen solcher Kreise erfolglos bleiben.