50.000 gegen Hass und Hetze

50.000 gegen Hass und Hetze

Fünfzig tausend Menschen haben in München gegen die Hetze, den Hass und die Barbarisierung der Sprache protestiert. „Asyltourismus“, als würden die tausenden Tote in den Wüsten und auf dem Grund des Mittelmeeres Opfer ihrer Urlaubsreisen sein, „Abschiebeverhinderungsindustrie“ für die grundgesetzlich garantierte Wahrnehmung anwaltlicher Vertretung — die CSU, die in Bayern die Landesregierung stellt und in Berlin den Innenminister, hat nichts ausgelassen, um sich an die Rechtsaußen dieser Republik anzubiedern. Die Nebenaußenpolitik der CSU mit den Liebkosungen des österreichischen Kanzlers Kurz, der einer rechtskonservativ-neofaschistischen Regierung vorsteht, dem Ungarn Orban, der eine wesensgleiche Regierung dort führt und unter dem Juden aus dem Kulturleben entfernt wurden und werden, wirft ein scharfkontuierendes Licht auf die CSU.

Der bayrische Ministerpräsident Söder hat in den letzten Tagen Kreide gefressen und ist zu einer zivilisierten Wortwahl zurückgekehrt. Aber ob man jemandem glauben kann einen gefestigten demokratischen Kern zu haben, der aus reinem Machtkalkül sich an AfD und damit auch an die NPD in der Sprache angenähert hatte, darf durchaus in Frage gestellt werden.

Die fünfzigtausend Demonstrantinnen und Demonstranten von München zeigen das anständige, das gute, das demokratische Deutschland. Das ist das Deutschland der Weißen Rose und Georg Elsers, es ist das Bayern Kurt Eisners und Gustav Landauer. Das ist aber auch das gute Land der vielen hundertausenden Flüchtlingshelfer, der hunderttausenden Gegendemonstranten gegen Pegida und ihre Ableger. Das ist das demokratische, humanistisch gefestigte Deutschland.

Und so waren Mitglieder der LINKEN, der SPD, aus DKP und der neuen MUT-Partei da, aus der ÖDP und vielen, vielen anderen Organisationen. 163 Verbände und Parteien haben die Demonstration unterstützt. Auch Christdemokraten und Christsoziale sah man dort, die sich nicht mit dem Kurs von Söder, Herrmann und Seehofer einverstanden erklären wollen. Es war eine breite Volksfront, die sich dort in München gegen die Barbarisierung der bayrischen Regierungs- und der deutschen Flüchtlingspolitik gewendet hat. Ihr Erscheinen wird sich in den Wahlen widerspiegeln.