Don’t let me down

Don’t let me down

Ich möchte sofort eine Frau sein. Und Igle Bernotaityte ist meine Geliebte. Und wir lieben uns am Tag. Und wenn die Nacht kommt, gestehen wir uns, dass wir uns lieben, wie wir nie jemanden geliebt haben, aber es mit uns nicht weitergehen könne, und wir umarmen uns und sagen uns wie traurig wir sind, aber wir sagen uns nicht, dass wir uns nur trennen, damit wir so traurig sein können, weil sonst alles golden wäre und schön. Und wir nennen Gründe, irgendwelche Gründe, dafür, weil man ja Gründe nennen muss, irgendwelche Gründe, wenn man sich trennt, traurige Gründe, und dann ziehe ich mich an und ich spüre unter meiner Kleidung meine ungeduschte, liebesfeuchte Haut. Und ich gehe aus ihrer Wohnung, ganz leise, und dabei weine ich ein wenig, weine schön, weine ganz melancholisch schön, und gehe die Stiegen hinab und auf die Straße hinaus. Und es hat geregnet und der Asphalt ist nass. Die Straße ist in New York, weil solche Straßen immer in New York sind. Und ich gehe die Straße entlang und dann stehe ich auf irgendeiner Avenue. Da ist eine Bar und ich gehe hinein und trinke einen doppelten Tennessee-Whiskey. Und weine noch etwas, lasse einen Pumps vom Fuß rutschen, wuschel meine Haare durch, ziehe den Lippenstift nach. Und dann kommt LP auf mich zu, kommt auf mich zu und sagt: Du siehst traurig aus. Und ich sage: Liebeskummer. Und sie sagt: Kenn‘ ich. Und sie fragt mich, ob ich mitkommen will, mit ihr mitkommen, zu ihr. Und ich sage: Ja. Und sie wohnt am Fluß. Und sie sagt: Weißt Du, eigentlich heiße Suzanne.

 

Foto: Kai Pilger [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons