Holocaust als Kultur

Holocaust als Kultur
 Zur Poetik von Imre Kertész
Symposium, Podiumsdiskussion und Lesung
12. – 14. April, Akademie der Künste, Pariser Platz

Zwei Jahre nach dem Tod von Imre Kertész und auf Anregung von Ingo Schulze führt die Akademie der Künste das erste internationale Symposium zu dem Literaturnobelpreisträger in Deutschland durch. Die titelgebende Formulierung „Holocaust als Kultur“ stammt von Kertész selbst und führt ins Zentrum seiner Poetik. Jean Amérys Satz von den „Bewältigungsversuchen eines Überwältigten“ radikalisiert sich im Werk von Kertész. Er geht sogar so weit, Auschwitz als „Gnade“ zu bezeichnen; eine Gnade, die es ihm als Schriftsteller erlaubt, die extreme Leiderfahrung in Kunst zu verwandeln.
Konzipiert als Retrospektive zu seinem Gesamtwerk verbindet das Symposium wissenschaftliche Analysen mit Betrachtungen aus dem Feuilleton und Kenntnissen literarischer Weggefährten. Die Akademie und Berlin sind geradezu prädestiniert für eine Unternehmung wie diese. So findet die Tagung an genau dem Ort statt, an dem Imre Kertész 2012 persönlich sein literarisches Archiv der Akademie übergeben hat, deren Mitglied er seit 2003 war. Zur deutschen Sprache, Kultur, Literatur, Philosophie, Musik, und insbesondere zur Stadt Berlin, hatte Imre Kertész ein besonders enges Verhältnis. Die Unterbringung seines Archivs in Berlin und in der Akademie noch zu Lebzeiten war ihm ein wichtiges Anliegen.
Begleitet wird das Symposium von zwei Abendveranstaltungen. Am Donnerstag-abend (12. April, 19 Uhr) spricht, nach der Begrüßung durch Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel, László F. Földényi über „das heimliche Leben von Imre Kertész“. Daran schließt sich eine Podiumsdiskussion mit Friedrich Christian Delius, László F. Földényi, Durs Grünbein, Ingo Schulze, der Übersetzerin Christina Viragh und Gregor Dotzauer (Moderation) an. Am Freitagabend
(13. April, 20 Uhr) liest Ulrich Matthes aus den unveröffentlichten Arbeitstagebüchern (1959-1962) von Imre Kertész.
Die dreitägige Veranstaltung wurde kuratiert von der Imre-Kertész-Biografin Irene Heidelberger-Leonard in Zusammenarbeit mit Jörg Feßmann, Sekretär der Sektion Literatur der Akademie der Künste, und Ingo Schulze. Eine Vitrinenpräsentation mit Dokumenten und Materialien aus dem Imre-Kertész-Archiv der Akademie der Künste erlaubt Einblicke in die literarische Werkstatt des Schriftstellers.
Veranstaltungsdaten
Donnerstag, 12.4., 19 Uhr, Eintritt € 6/4
Eröffnung / Vortrag / Podiumsdiskussion
Begrüßung Jeanine Meerapfel, Präsidentin der Akademie der Künste
Vortrag László F. Földényi: Das heimliche Leben von Imre Kertész
Anschließend Podiumsdiskussion
„Meine einzige Identität ist die des Schreibens“ – Heimat und Exil
Mit Friedrich Christian Delius, László F.Földényi, Durs Grünbein, Ingo Schulze, Christina Viragh, Moderation Gregor Dotzauer
Freitag + Samstag, 13.4. + 14.4., 10–18 Uhr, Eintritt frei
Symposium

Mit Irene Heidelberger-Leonard, Christina Viragh, Sabine Wolf, Katalin Madácsi-
Laube, Gerhard Scheit, Leonard Olschner, Dietmar Ebert, Lothar Müller, Rüdiger Görner, Irmela von der Lühe, Iris Radisch, Marisa Siguan, Peter Gülke, Friedrich Christian Delius und Ingo Schulze
Freitag, 13.4., 20 Uhr, Eintritt € 6/4
Lesung
Ulrich Matthes liest aus den unveröffentlichten Arbeitstagebüchern von Imre Kertész (1959–1962)
Veranstaltungsort:
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Foto: Photo by Csaba Segesvári camera-man, Quelle Wikipedia, Lizenz: CC SA, unported, 3.0