Der Lyriker und Liedermacher Johann Voß ruft auf zum Protest gegen den AfD-Parteitag in Magdeburg.
Er schreibt: „Protest mit Gedichten und Liedern gegen den Landesparteitag der AfD in Magdeburg am 11. April 2026
Viele Menschen mit demokratischer Haltung protestieren ab 8 Uhr am kommenden Samstag gegen den Landesparteitag der AfD an der Hyparschale im Magdeburger Stadtpark. Mit Gedichten und Liedern werde ich diesen Protest im Tagesverlauf unterstützen. Im Laufe meines Lebens habe ich mehrere KZ-Überlebende persönlich kennen gelernt, darunter Kasimierz Smolen, Mirtec Sarnowski, Jerzy Bielecki, Paul Dambrowski, Sally Perel und Esther Béjarano. Die jüdische Musikerin Esther Béjarano überlebte Auschwitz als Mitwirkende im dortigen Mädchen- und Frauenorchester. Im Rahmen einer gemeinsamen Lesung zu Ehren des verehrten Dichters Wolfgang Borchert an dessen Grab in Hamburg-Ohlsdorf sagte Esther:
„Ich verstehe nicht, dass die AfD nicht verboten wird. Da sind doch Nazis dabei.“
Ja, wenn die antidemokratischen, rassistischen und faschistischen Geister in der AfD sich durchsetzen, kann sich Auschwitz wiederholen.
Das sagte schon Primo Levi: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“
Und Bertolt Brecht schließt sein Stück vom „Aufhaltsamen Aufstieg des Arturo Ui“ bekanntlich mit dieser Mahnung:
„Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert
Und handelt, statt zu reden noch und noch.
So was hätt einmal fast die Welt regiert
Daß keiner uns zu früh da triumphiert –
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“
In diesem Sinne protestiere ich mit Gedichten und Liedern. Und nur mit Gedichten und Liedern.“
Voß ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller:innen in ver.di und im Niederdeutsch-Friesischen PEN-Zentrum.