Wie man sich auszieht, so liebt man

Wie man sich auszieht, so liebt man

Striptease daheim

Gut 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung der praktischen Anleitung „Striptease daheim“ (OT: „How to undress in front of your husband) von Libby Jones, einer professionellen amerikanischen Stripperin, hat der Matthes & Seitz Verlag das Werk neuaufgelegt und mit einem sehr lesenswerten Nachwort von Philipp Schönthaler publiziert.

Libby Jones gibt eine praktische Anleitung für das erotische Ausziehen – von den Handschuhen bis zum Slip, über verführerische Positionen und Bewegungen bis hin zu Makeup und Accessoires. Untermalt wird die Anleitung durch spartanische Skizzen des Beschriebenen. Libby Jones war aber nicht „lediglich“ eine Stripteasetänzerin, die über einen akademischen Abschluss verfügte, sondern eine Tänzerin die auch Vorlesungen über Striptease hielt und wie das folgende Zitat beweist, auch ein großes Selbstbewusstsein hatte: „Bis heute wurde mir nie zu verstehen gegeben, dass ein Mann meine Arbeit besser machen könnte als ich.Sie trat u.a. auch in dem Film „Satan in High Heels“ (1962) auf.

Das Nachwort von dem Autor Philipp Schönthaler verortet diese Anleitung innerhalb der knapp hundertjährigen (Kultur-)Geschichte der Striptease, die im „Jazz Age der Zwanziger Jahre“ entstand und im darauffolgenden Jahrzehnt ihren Höhepunkt erreichte. Zu seinen literarischen Ressourcen seines Textes zählt u.a. der Bericht Umberto Ecos vom Besuch im Pariser Crazy Horse.

Den Abschluss macht ein Schlagwortverezichnis.

Ein erotischer Ratgeber mit Stil!

Maurice Schuhmann

Libby Jones: Striptease daheim, Matthes & Seitz Berlin 2020, ISBN: 978-3-95757-620-0, 143 S., Preis: 15 Euro.